Studies 18: Jonathan Zenneck - Von der Funktechnik zur Ionosphärenforschung
Produktinformationen "Studies 18: Jonathan Zenneck - Von der Funktechnik zur Ionosphärenforschung"
Der Physiker Jonathan Zenneck (1871–1959) hat sich auf vielen Gebieten einen Namen gemacht: Als Assistent von Ferdinand Braun, der 1909 zusammen mit Guglielmo Marconi den Physiknobelpreis für die Entwicklung der drahtlosen Telegrafie erhielt, unternahm er Funkversuche, um so der Technologie zum praktischen Durchbruch zu verhelfen. Als Lehrbuchautor und Professor an technischen Hochschulen wurde er zum Lehrer einer ganzen Generation von Hochfrequenzphysikern und -ingenieuren. In den 1930er Jahren wiederum verlagerte er sein Forschungsinteresse auf die Physik der Ionosphäre, die für die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in der oberen Atmosphäre eine wesentliche Rolle spielt. Und nicht zuletzt übernahm er, um nur eine seiner vielen Funktionen außerhalb der Hochschule zu nennen, 1933 die Nachfolge Oskar von Millers als Leiter des Deutschen Museums.
Die
meisten Aktivitäten Zennecks lassen sich der technischen Physik
zuordnen, die sich im 20. Jahrhundert als eigenständige Fachrichtung
etablierte. Dabei betätigten sich Technische Physiker wie Zenneck jedoch
nicht nur als Experten bei der Lösung technischer Fachfragen, sondern
sie organisierten und repräsentierten auch neue anwendungsnahe
Forschungsbereiche. Ein Beispiel dafür ist etwa die erwähnte technisch
wie wissenschaftlich bedeutsame Erforschung der Ionosphäre, deren sich
Zenneck im Dienst des nationalsozialistischen
Reichsluftfahrtministeriums verstärkt annahm. So lässt die Biografie von
Jonathan Zenneck, dessen Karriere vom deutschen Kaiserreich bis zur
Bundesrepublik in unterschiedliche politische Verhältnisse eingebunden
war, die ganze Vielfalt sichtbar werden, die das Wirken eines
Wissenschaftlers in der Gesellschaft entfalten kann.
Jonathan Zenneck
Von der Funktechnik zur Ionosphärenforschung
2026, Deutsches Museum verlag
240 Seiten